



»Manchmal läuft mir ein Schauer über den Rücken«. Martin Burkhardts Job gleicht manchmal dem in einem Gruselkabinett. Zumindest wenn er anstatt Kinderbücher im Gerichtsaal Mörder, Schänder und andere Ganoven zeichnet. Da in einem Gerichtsaal keine Kameras erlaubt sind, zeigen Medien gezeichnete Bilder um über die Fälle zu berichten. Martin fängt für diese Zwecke mit Filzstiften, Aquarellen und Zeichenbögen die Szenen von Prozessen ein und achtet dabei auf Details, die einen Fall außergewöhnlich machen. Für ein Bild hat er manchmal nur wenige Minuten Zeit.
Ein besonderer Fall war einst der des mutmaßlichen Mörders Harry Wörz (3. Bild), der seine Frau mit einem Wollschal gewürgt haben soll. Die Frau überlebte, leidet jedoch bis heute unter einem Hirnschaden. Wörz selbst beteuert seine Unschuld, doch die Richter sprechen ihn für schuldig und er musste elf Jahre in Haft. Da es jedoch nicht genügend Indizien für seine Schuld gab, wurde er sieben Jahre später wieder frei gesprochen. Bis heute hat man den Täter, der die 26-Jährige Polizistin würgte, nicht gefunden...
Wer mehr Interesse an Martins Zeichnungen hat, kann heute abend um 21.45 in der Politsendung "Report Mainz" im Ersten von Martin gezeichnete Phantombilder bewundern, die den Bericht »Stasi-Methoden bei der Telecom – Neue Einblicke in eine Konzernstrategie ohne Skrupel« bebildern.
Infos:
Bild 1 : Zeichnungen vom Dreifach-Mord-Prozess gegen einen V-Mann des LKA Rheinlandpfalz und einen weiteren Verdächtigen
Bild 2: Ausbrecherkönig aus dem Gefängnis: Gheorge Axane
Bild 3: Zeichnung vom Prozess gegen Harry Wörz im Mannheimer Landgericht
Martin Burkhardt ist freier Illustrator und Gerichtszeichner und lebt derzeit in Mannheim. Mehr Berichte über seine Tätigkeit als Gerichtszeichner und Illustrationen von vielen anderen Projekten findet ihr hier:
http://martinburkhardt.de/portfolio/
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